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<title>Grabbeigabe</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Grabbeigabe</span></h1>
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<p><b>Grabbeigaben</b> oder <b>Paraphernalien</b> sind Objekte, die einem Toten absichtlich mit ins <a href="Grab" title="Grab">Grab</a> gelegt werden. Dies kommt vor allem in Kulturen vor, die eine ausgeprägte Vorstellung vom Jenseits haben. Nicht alle Menschen einer Gesellschaft haben Grabbeigaben erhalten, sondern meist reiche oder höhergestellte Menschen.
</p><p>Für die Archäologie sind Grabbeigaben sehr wichtig, weil sie viele verschiedene Hinweise darauf erhält, wann ein Grab angelegt wurde. Man kann die Funde auch besser kulturell einordnen und auf diese Weise viel über die Sach- und Denkkultur der betreffenden Gesellschaft lernen. Aber auch Grabräuber interessieren sich für Grabbeigaben, um sie zu sammeln oder zu verkaufen. Weil bei der Raubgrabung die Gegenstände einfach von der Fundstelle entfernt werden, ohne den <a href="Fundzusammenhang" title="Fundzusammenhang">Fundzusammenhang</a> zu dokumentieren, fügen Grabräuber der historischen Forschung großen Schaden zu.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beigabenarten">Beigabenarten</h2></div>
<p>Zu unterscheiden ist zwischen „echten“ und „unechten“ Beigaben.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Unechte Beigaben“, auch „Mitgaben“ genannt,<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sind Kleidungsbestandteile, Schmuck, Waffen oder Gebrauchsgegenstände des Verstorbenen, die er zu seinen Lebzeiten benutzte. Dagegen sind „echte Beigaben“ speziell für die Bestattung gefertigte oder benutzte Gegenstände wie Totenschmuck oder spezielle Grabkeramik.
</p><p>Manchmal wurden Tote nicht nur mit ihrem persönlichen Hab und Gut, sondern auch mit solchen Beigaben bestattet, die als notwendig für die Reise ins <a href="Jenseits" title="Jenseits">Jenseits</a> galten. Darunter waren ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. auch echte bemalte oder künstliche <a href="Ei" title="Ei">Eier</a> als Grabbeigabe.
</p><p>Kulturgeschichtlich von Beigaben zu unterscheiden sind z.&nbsp;B. Reste von <a href="Opfer_(Religion)" title="Opfer (Religion)">Opfern</a>, die anlässlich der Bestattung vollzogen wurden und ins Grab gerieten, oder die Bestattung von Angehörigen oder Gefolgsleuten im Sinne einer Totenfolge. Auch zufällig in die Grabverfüllung geratene Gegenstände sind keine intentionellen Beigaben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beispiele_für_Beigaben_in_vor-_und_frühgeschichtlichen_Kulturen_Europas"><span id="Beispiele_f.C3.BCr_Beigaben_in_vor-_und_fr.C3.BChgeschichtlichen_Kulturen_Europas"></span>Beispiele für Beigaben in vor- und frühgeschichtlichen Kulturen Europas</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Alt_und_Mittelsteinzeit">Alt und Mittelsteinzeit</h3></div>
<p>Bereits in der jüngeren <a href="Altsteinzeit" title="Altsteinzeit">Altsteinzeit</a> sind Gräber mit Beigaben ausgestattet worden, so das mehr als 13.000 Jahre alte <a href="Doppelgrab_von_Oberkassel" title="Doppelgrab von Oberkassel">Doppelgrab von Oberkassel</a> bei Bonn oder jenes der so genannten <i><a href="Red_Lady_of_Paviland" title="Red Lady of Paviland">Red Lady of Paviland</a></i>. Gräber aus der Altsteinzeit und der <a href="Mittelsteinzeit" title="Mittelsteinzeit">Mittelsteinzeit</a> sind insgesamt aber nur wenige bekannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Jungsteinzeit">Jungsteinzeit</h3></div>
<p><a href="Jungsteinzeit" title="Jungsteinzeit">Jungsteinzeitliche</a> Gräber sind häufig mit Beigaben ausgestattet. In der <a href="Bandkeramik" class="mw-redirect" title="Bandkeramik">bandkeramischen Kultur</a> gehören außer Tongefäßen auch <a href="Waffe" title="Waffe">Waffen</a>, <a href="Werkzeug" title="Werkzeug">Geräte</a> und <a href="Schmuck" title="Schmuck">Schmuck</a> zu den nachgewiesenen Beigaben. Sowohl im Bestattungsbrauch wie bei den Beigabenausstattungen sind in jungsteinzeitlichen Kulturen Ansätze einer Normierung erkennbar, so enthielten reiche Männerbestattungen der <a href="Glockenbecherkultur" title="Glockenbecherkultur">Glockenbecherkultur</a> regelhaft außer dem Glockenbecher aus Keramik einen <a href="Kupfersteinzeit" title="Kupfersteinzeit">Kupferdolch</a>, eine oder mehrere <a href="Armschutzplatte" title="Armschutzplatte">Armschutzplatten</a> und <a href="Pfeilspitze" title="Pfeilspitze">Pfeilspitzen</a>. Einer der bedeutendsten Grabfunde überhaupt stammt aus dem <a href="Gr%C3%A4berfeld_von_Warna" title="Gräberfeld von Warna">Gräberfeld von Warna</a> (<a href="Bulgarien" title="Bulgarien">Bulgarien</a>) und wird um 4500 v. Chr. datiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bronzezeit">Bronzezeit</h3></div>
<p>Seit der ausgehenden Jungsteinzeit und der frühen mitteleuropäischen <a href="Bronzezeit" title="Bronzezeit">Bronzezeit</a> gehörten zu den Beigaben auch Objekte aus Metall. Bei der Bestattung wurde das mühselig gewonnene Metall der Gemeinschaft der Lebenden entzogen. Die so genannte <a href="Urnenfelderkultur" title="Urnenfelderkultur">Urnenfelderkultur</a> ist nach ihren charakteristischen Gräberfeldern benannt, in denen ein Keramikgefäß als Behälter für den Leichenbrand diente.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Eisenzeit">Eisenzeit</h3></div>
<p>In der <a href="Eisenzeit" title="Eisenzeit">früheisenzeitlichen</a> <a href="Hallstattkultur" class="mw-redirect" title="Hallstattkultur">Hallstattkultur</a> ist ein ausgeprägtes Beigabenbrauchtum nachzuweisen. Gerade aus der jüngeren Hallstattkultur sind sogenannte „Fürstengräber“ bekannt – große <a href="Grabh%C3%BCgel" class="mw-redirect" title="Grabhügel">Grabhügel</a> wichtiger Persönlichkeiten, die mit hochwertigen Prestigegütern ausgestattet wurden. Dazu gehören neue und teilweise nicht gebrauchsfertige Gegenstände (z. B. Goldobjekte), die extra für die Bestattung angefertigt wurden, aber auch Wagen, Dolche und hochwertige Importgegenstände aus dem Mittelmeerraum: Bronzegefäße, griechische Keramik, ja sogar Stoffe. Bekannte Fundplätze sind etwa das Fürstengrab von <a href="Keltenmuseum_Hochdorf" title="Keltenmuseum Hochdorf">Hochdorf</a>, das Fürstinnengrab von <a href="F%C3%BCrstliche_Grabst%C3%A4tte_von_Vix" title="Fürstliche Grabstätte von Vix">Vix</a> (Frankreich) und Gräber aus der <a href="Gr%C3%A4berfeld_Bettelb%C3%BChl" title="Gräberfeld Bettelbühl">Nähe der Heuneburg</a> an der Donau. In der späteisenzeitlichen <a href="Lat%C3%A8nekultur" title="Latènekultur">Latènekultur</a> lässt der die Sitte der reichen Grabausstattungen regional nach, sehr gut ausgestattet sind etwa noch Bestattungen der <a href="Hunsr%C3%BCck-Eifel-Kultur" title="Hunsrück-Eifel-Kultur">Hunsrück-Eifel-Kultur</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Griechische_und_Römische_Antike"><span id="Griechische_und_R.C3.B6mische_Antike"></span>Griechische und Römische Antike</h2></div>
<p>Die Sitte, Beigaben in die Gräber zu legen, wird in der griechischen und römischen Antike sowohl durch <a href="Arch%C3%A4ologie" title="Archäologie">archäologische Funde</a> wie durch Schriftquellen fassbar. Im süd- und ostasiatischen Kulturraum dominierte bereits in der Antike die <a href="Leichenverbrennung" class="mw-redirect" title="Leichenverbrennung">Leichenverbrennung</a>, so dass von hier keine Grabbeigaben bekannt sind.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Der_griechische_Kulturkreis">Der griechische Kulturkreis</h3></div>
<p>Bereits <a href="Homer" title="Homer">Homer</a> beschreibt, dass zur Bestattung auch Beigaben (z.&nbsp;B. Waffen) mit dem Toten verbrannt werden (Odyssee XI, 74; XII, 13). In griechischen Jenseitsvorstellungen wurzelt auch der Glaube, der Fährmann <a href="Charon_(Mythologie)" title="Charon (Mythologie)">Charon</a> verlange eine <a href="Charonspfennig" title="Charonspfennig">Münze</a>, um den Toten über den Unterweltfluss <a href="Styx" title="Styx">Styx</a> ins Schattenreich zu bringen. Möglicherweise gehen Münzbeigaben auf den Augen, im Mund oder in der Hand auf diese Vorstellung zurück.
</p><p>Bei <a href="Vergina" title="Vergina">Vergina</a> wurden 1977–1978 sehr reiche Gräber entdeckt, von denen das größere vom Ausgräber versuchsweise <a href="Philipp_II._(Makedonien)" title="Philipp II. (Makedonien)">Philipp II.</a>, dem Vater von <a href="Alexander_der_Gro%C3%9Fe" title="Alexander der Große">Alexander dem Großen</a> zugeschrieben wird. Das Grab enthielt unter anderem einen goldverzierten eisernen Körperpanzer, einen Helm, ein Schwert, vergoldete Beinschienen, einen goldenen Köcherbeschlag, ein vergoldetes Silberdiadem und einen Goldkasten mit der Leichenasche.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Rom_und_die_römischen_Provinzen"><span id="Rom_und_die_r.C3.B6mischen_Provinzen"></span>Rom und die römischen Provinzen</h3></div>
<p>Die Bestattungen in Rom und den <a href="R%C3%B6mische_Provinz" title="Römische Provinz">römischen Provinzen</a> sind je nach Zeit bzw. Region sehr unterschiedlich mit Beigaben ausgestattet. Aus der Stadt Rom selbst sind nur relativ wenige Gräber mit reichen Beigaben bekannt. In den <a href="Katakombe" title="Katakombe">Katakomben</a> ist – falls überhaupt – häufig nur ein Schmuckstück, eine Lampe, ein kleines Salbfläschchen oder eine Münze beigegeben. Reichtum in Gräbern Roms wurde anders sichtbar gemacht, wichtig ist hier ein aufwändiger <a href="Sarkophag" title="Sarkophag">Sarkophag</a> und <a href="Grabbau" class="mw-redirect" title="Grabbau">Grabbau</a>. <a href="Britannien" title="Britannien">Britannien</a> gehört zu den Provinzen, in denen in der <a href="Sp%C3%A4tantike" title="Spätantike">Spätantike</a> die Beigabenhäufigkeit stark nachlässt. So finden sich in einem spätantiken Gräberfeld von <a href="Colchester" title="Colchester">Colchester</a> hunderte beigabenlose Bestattungen.
</p><p>In den Provinzen <i><a href="Germania_superior" title="Germania superior">Germania superior</a></i> und <i><a href="Germania_inferior" title="Germania inferior">Inferior</a></i> und der angrenzenden <i><a href="Gallia_Belgica" title="Gallia Belgica">Belgica</a></i> sind deutliche regionale Unterschiede feststellbar. So halten sich auf ländlichen Bestattungsplätzen am Niederrhein traditionelle „germanische“ Beigabensitten (etwa in einem Gräberfeld bei Tönisvorst mit <a href="Keramik" title="Keramik">Keramik</a> oder <a href="Schere" title="Schere">Scherenbeigaben</a> in einheimischer Tradition) bis in die Kaiserzeit. In <a href="K%C3%B6ln" title="Köln">Köln</a> und dem Kölner Umland bilden sich regionale Beigabensitten wie die Mitgabe von meist drei kleinen Einhenkelkännchen heraus. Im generell „beigabenreichen“ römischen Rheinland und in den westlich angrenzenden Gebieten bleibt die Mitgabe von Geschirr für Speise und Trank bis in die Spätantike üblich. Im Vergleich dazu geht z. B. in den Provinzen an der <a href="Donau" title="Donau">Donau</a> die Beigabe von Geschirr in der Spätantike zurück.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Frühmittelalter"><span id="Fr.C3.BChmittelalter"></span>Frühmittelalter</h2></div>

<p>Im europäischen <a href="Fr%C3%BChmittelalter" title="Frühmittelalter">Frühmittelalter</a> wurden den Verstorbenen wichtige Teile der Habe mit in das Grab gegeben. Bei den Frauen gehört dazu die Kleidung, von der sich meist nur Metallbestandteile wie Gewandnadeln <a href="Fibel_(Tracht)" class="mw-redirect" title="Fibel (Tracht)">(Fibeln)</a>, Schnallen, <a href="Schuhe" class="mw-redirect" title="Schuhe">Schuhschnallen</a> oder Wadenbinden erhalten haben. Außerdem Schmuck, also etwa <a href="Ohrring" title="Ohrring">Ohrringe</a>, <a href="Perle" title="Perle">Perlenketten</a> oder <a href="Ring_(Schmuck)" title="Ring (Schmuck)">Ringe</a>; außerdem <a href="Kasten_(Beh%C3%A4lter)" title="Kasten (Behälter)">Kästchen</a> oder <a href="Spinnwirtel" class="mw-redirect" title="Spinnwirtel">Spinnwirtel</a>. Zur Ausstattung der Männer gehören oft <a href="Waffe" title="Waffe">Waffen</a> wie <a href="Spatha_(Schwert)" title="Spatha (Schwert)">Spatha</a>, <a href="Sax_(Waffe)" title="Sax (Waffe)">Sax</a>, <a href="Axt" title="Axt">Axt</a>, <a href="Schild_(Waffe)" class="mw-redirect" title="Schild (Waffe)">Schild</a> oder <a href="Pfeil_(Geschoss)" title="Pfeil (Geschoss)">Pfeil</a> und <a href="Bogen_(Waffe)" title="Bogen (Waffe)">Bogen</a>; von der Kleidung sind oft die <a href="G%C3%BCrtel" title="Gürtel">Gürtelschnallen</a> erhalten. Zu den Beigaben, die Frauen und Männern gemeinsam sind, gehören Utensilien für die Körperhygiene wie <a href="Kamm" title="Kamm">Kämme</a>, Waschschüsseln aus Bronze sowie Keramik- und Glasgefäße für Speise und Trank.
</p><p>In <a href="Alamannen" title="Alamannen">alamannischen</a> Gräberfeldern von <a href="Oberflacht" class="mw-redirect" title="Oberflacht">Oberflacht</a> und <a href="Lauchheim" title="Lauchheim">Lauchheim</a> sind durch günstige Überlieferungsbedingungen auch Holzobjekte erhalten geblieben, dazu gehören neben den Särgen etwa Kerzenleuchter, Gefäße (Schalen, Flaschen, Eimer), eine <a href="Lyra_(Zupfinstrument)" title="Lyra (Zupfinstrument)">Leier</a>, Truhen und Betten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mittelalter_und_Neuzeit">Mittelalter und Neuzeit</h2></div>
<p>Im Zuge der <a href="Christianisierung" title="Christianisierung">Christianisierung</a> wurden Grabbeigaben unüblich; in <a href="Klerus" title="Klerus">Klerikergräbern</a> wurden jedoch Würdezeichen und (miniaturisierte) Gegenstände für das Abhalten einer Messe gefunden. Grabbeigaben aus Bischofsgräbern sind in der Regel Ringe, Bischofsstäbe, Kelche und <a href="Patene" title="Patene">Patenen</a>. Die gesamte <a href="Islam" title="Islam">islamisch</a> geprägte Welt ordnet Grabbeigaben der heidnischen Welt zu und lehnt sie ab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Außereuropäische_Kulturen_(Beispiele)"><span id="Au.C3.9Fereurop.C3.A4ische_Kulturen_.28Beispiele.29"></span>Außereuropäische Kulturen (Beispiele)</h2></div>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ägypten"><span id=".C3.84gypten"></span>Ägypten</h3></div>

<p>Bereits die prädynastischen jungsteinzeitlichen Kulturen Ägyptens kannten ein ausgeprägtes Beigabenbrauchtum. Der Beigabenreichtum der <a href="Pharao" title="Pharao">Pharaonen</a> lässt sich am 1920 entdeckten Grab des jung verstorbenen und politisch weniger wichtigen <a href="Tut-anch-Amun" class="mw-redirect" title="Tut-anch-Amun">Tut-anch-Amun</a> ablesen, das im <a href="%C3%84gyptisches_Museum_(Kairo)" title="Ägyptisches Museum (Kairo)">Ägyptischen Museum Kairo</a> aufbewahrt wird. Alle anderen bis dahin bekannten Pharaonengräber waren bereits lange vor der modernen Zeit geplündert worden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Skythen">Skythen</h3></div>
<p>Berühmt für reiche Grabbeigaben ist das Volk der <a href="Skythen" title="Skythen">Skythen</a>, in deren <a href="Kurgan_(Grabh%C3%BCgel)" title="Kurgan (Grabhügel)">Kurganen</a> zahlreiche – wahrscheinlich von griechischen <a href="Goldschmied" title="Goldschmied">Goldschmieden</a> hergestellte – Goldobjekte gefunden wurden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="China">China</h3></div>
<p>Einige Regionen <a href="China" title="China">Chinas</a> haben eine lange Tradition von Bestattungen mit Grabbeigaben (siehe <i><a href="Mingqi" title="Mingqi">mingqi</a></i>); in anderen sind solche Dinge unbekannt. Neolithische Grabbeigaben der <a href="Hongshan-Kultur" title="Hongshan-Kultur">Hongshan-Kultur</a> in Nordost-China in Form von Schweine-Drachen und entsprechende Kultobjekte und Amulette aus Jade könnten eine Funktion bei einem schamanischen Drachenkult gespielt haben.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gleichwohl schlägt Michel Maucuer, Chefkonservator am <a href="Mus%C3%A9e_Cernuschi" title="Musée Cernuschi">Musée Cernuschi</a> vor, im <i>zhulong</i> ein <a href="Chthonisch" class="mw-redirect" title="Chthonisch">chthonisches</a> <a href="Symbol" title="Symbol">Symbol</a> zu sehen und sich anstelle einer Schweineschnauze eine zusammengerollte Insektenlarve vorzustellen, symbolisch für das Wiederaufleben (<i>résurrection</i>), im Zusammenhang mit seiner Rolle als Begräbnisopfer.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch mit dieser Interpretation würden die drachenförmigen Zhulong-Artefakte als Frühform des späteren klassischen <a href="Ouroboros" title="Ouroboros">Ouroboros</a>-Symbols für den Kreislauf des Lebens und die Wiedergeburt bestätigt.
</p><p>Aus Berichten weiß man über die reiche Ausgestaltung des bislang noch ungeöffneten Grabes von <a href="Qin_Shihuangdi" title="Qin Shihuangdi">Qin Shihuangdi</a>, des ersten chinesischen Kaisers bei <a href="Xi%E2%80%99an" title="Xi’an">Xi’an</a>. Auch das im Jahr 1971 entdeckte Grab der Dame <a href="Xin_Zhui" title="Xin Zhui">Xin Zhui</a> bei <a href="Changsha" title="Changsha">Changsha</a> war reich mit Grabbeigaben versehen.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Amerika">Amerika</h3></div>
<p>In den Fürstengräbern der Kulturen <a href="Mesoamerika" title="Mesoamerika">Mesoamerikas</a> (<a href="Azteken" title="Azteken">Azteken</a>, <a href="Maya" title="Maya">Maya</a> etc.) wurden zahlreiche Grabbeigaben gefunden, unter denen die <a href="Totenmaske" title="Totenmaske">Totenmasken</a> aus <a href="Jade" title="Jade">Jade</a> und <a href="T%C3%BCrkis_(Mineral)" title="Türkis (Mineral)">Türkisplättchen</a> besonders hervorstechen. Hervorzuheben ist das <a href="Zapotekisch" title="Zapotekisch">zapotekische</a> Grab Nr.&nbsp;7 aus der Tempelstadt <a href="Monte_Alb%C3%A1n" title="Monte Albán">Monte Albán</a> bei <a href="Oaxaca_de_Ju%C3%A1rez" title="Oaxaca de Juárez">Oaxaca</a> mit reichem Goldschmuck. Die Gräber in der <a href="Nekropole" title="Nekropole">Nekropole</a> der vor der Westküste <a href="Yucat%C3%A1n_(Halbinsel)" title="Yucatán (Halbinsel)">Yucatáns</a> gelegenen Insel <a href="Jaina_(Nekropole)" title="Jaina (Nekropole)">Jaina</a> sind reich mit Tonfigürchen ausgestattet.
</p><p>Berühmt sind die seit den späten 1970er Jahren entdeckten Gräber und Grabbeigaben der vorinkaischen <a href="Lambayeque-Kultur" class="mw-redirect" title="Lambayeque-Kultur">Lambayeque-</a> und <a href="Moche-Kultur" title="Moche-Kultur">Moche-Kultur</a> im Nordwesten des heutigen <a href="Peru" title="Peru">Peru</a>, vorrangig also des sogenannten „Herrn von Sipán“ <i>(Señor de Sipán)</i> und der „Herrin von Cao“ <i>(Señora de Cao)</i>.
</p><p>Im <a href="Karibik" title="Karibik">karibischen</a> Raum werden sogenannte <a href="Zemi" title="Zemi">Zemi</a> als Grabbeigaben genutzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Grabraub">Grabraub</h2></div>
<p>Obwohl in nahezu allen Kulturen Gräber als <a href="Sakrosankt" title="Sakrosankt">sakrosankt</a> galten und weder beschädigt noch beraubt werden durften, wurden viele bereits in antiker Zeit ausgeraubt; in diesem Zusammenhang sind vor allem die <a href="Pharao" title="Pharao">Pharaonengräber</a> in den frühen <a href="Pyramide_(Bauwerk)" title="Pyramide (Bauwerk)">Pyramiden</a> oder die komplexen <a href="Schachtgrab" title="Schachtgrab">Schachtgräber</a> im <a href="Tal_der_K%C3%B6nige" title="Tal der Könige">Tal der Könige</a> zu nennen, die – so eine Vermutung – von ehemaligen Bauarbeitern oder deren Familienangehörigen ausgeraubt wurden.
</p><p>Auch in frühmittelalterlichen Gesetzen wurde der Grabraub durch Gesetze, z. B. in der <i><a href="Lex_Salica" title="Lex Salica">Lex Salica</a></i> untersagt. Der mittelalterliche <a href="Grabraub" title="Grabraub">Grabraub</a> ist nicht zwangsläufig auf rein materielle Gesichtspunkte zu beschränken, denn im Frühmittelalter wurden Gräber so gezielt aufgesucht, dass wahrscheinlich die Angehörigen (die die Lage der Beigaben genau kannten), als „Täter“ in Frage kommen. Diese Angehörigen können Beigaben auch aus anderen Gründen aus der Erde geholt haben, z. B. um einen für die Gemeinschaft wichtigen Gegenstand wieder nutzbar zu machen oder im Falle eines Wegzuges Besitztümer der Ahnen zu bergen.
</p><p>Im modernen Strafrecht kann die <a href="St%C3%B6rung_der_Totenruhe" title="Störung der Totenruhe">Störung der Totenruhe</a> bestraft werden. In erster Linie geht es um den Schutz des Andenkens der Angehörigen, aber auch um das Pietätsempfinden der Allgemeinheit. Auch eine Totengedenkstätte kann betroffen sein.
</p><p>Wenn ein Gegenstand heutzutage in einer <a href="Raubgrabung" title="Raubgrabung">Raubgrabung</a> vom Fundort entfernt wurde, dann ist er für die wissenschaftliche Erforschung fast wertlos. Man kann dann nachträglich nicht mehr erschließen, wo sich der Gegenstand genau befunden hat, welche anderen Gegenstände in der Nähe lagen usw. Ungenehmigte Ausgrabungen und die Ausfuhr von Bodenfunden in andere Länder sind fast überall auf der Welt streng verboten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Hans Bonnet: <i>Beigaben.</i> In: Hans Bonnet: <i>Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte.</i> 3. unveränderte Auflage. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6, S. 90–93.</li>
<li>Karlheinz Fuchs (Red.): <i>Die Alamannen.</i> Theiss, Stuttgart 1997, ISBN 3-8062-1302-X (Ausstellungskatalog).</li>
<li>Susanne Lamm: <i>Grabbrauch Grabraub.</i> In: <a href="Christian_Bachhiesl" title="Christian Bachhiesl">Christian Bachhiesl</a>, Markus Handy (Hrsg.): <i>Kriminalität, Kriminologie und Altertum</i> (= <i>Antike Kultur und Geschichte.</i> Band 17). Wien 2015, ISBN 978-3-643-50639-9, S. 163–186 (Tagungsband).</li>
<li><a href="Dieter_Planck" title="Dieter Planck">Dieter Planck</a> (Red.): <i>Der Keltenfürst von Hochdorf. Methoden und Ergebnisse der Landesarchäologie.</i> Theiss, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0441-1 (Ausstellungskatalog).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Grave_goods?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Grabbeigaben</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Grabbeigabe" class="extiw external" title="wikt:Grabbeigabe">Wiktionary: Grabbeigabe</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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